Winkelried - Ein Gedenken, drei Konzerte

Konzert
01.07.2022 - 19:00 2022-07-01 19:00:00 2022-07-01 20:00:00 Europe/Zurich Winkelried - Ein Gedenken, drei Konzerte Klassik. Werke von Beethoven & Hölderlin Reformiertes Kirchenzentrum Sempach
Klassik. Werke von Beethoven & Hölderlin

Festival für besinnende Musik mit Sprache in Sempach

 

In Sempach entsteht ein neues Festival für Sprache mit Musik . Zeitgleich zum Gedenken der Schlacht von Sempach, immer am ersten Wochenende im Juli. Dieses Jahr werden drei Konzerte aufgeführt, am 1. und am 2. Juli 2022.

 

Mit Polina Leschenko, Aleksander Gabryś, Matthias Arter und pre-art soloists, sowie Michael Engelhardt. Der Eintritt ist frei, finanziert werden Kosten und Honorare durch Spenden und Kollekten.

 

Auf dem diejährigen Festival-Programm stehen zwei Uraufführungen und ein Programm mit Melodramen der Romantik.

 

Erstes Konzert:

Das neue Arrangement von Matthias Arter (*1964) erweitert Beethovens Streichquartett op. 133, die “Grosse Fuge”, um drei weitere Instrumente, Oboe, Klarinette und Flöte, und wird verfugt mit den neun letzten autorisierten Gedichten von Friedrich Hölderlin (1770-1843), den “Nachtgesängen”. Ursprünglich eine Auftragsarbeit zum Lucerne Festival 2020, wird dieses Programm nun, zwei Jahre später, nicht nur in Sempach, sondern auch am 29. Juni in Biel (Farel-Haus), am 30. Juni in Zürich (Kunstraum Walcheturm) und am 3. Juli in Basel (Musik- und Kulturzentrum Don Bosco) gegeben.

 

Zwei perfekte Werke von zwei grossen Künstlern: Hölderlins Nachtgesänge und Beethovens Grosse Fuge. Neu verstanden, neu instrumentiert. Hölderlin: Ein genialer Dichter. Ihm ging es um die Kunst, des Menschen Seele in höherem Sinn zu begeistern. Er war ein grundfester Idealist. Seine Nachtgesänge: Da stehen Worte an Orten und springen die Gedanken in einer kaum bewältigbaren Dichte. „Wo bist du, [...], an übrigem Orte.“ So lauten Beginn und Ende des Zyklus. Die Dichtung nennt mythische Figuren und ruft existenzielle Fragen auf, erschafft Natur und zerreisst Gedanken. Sie ist in erster Linie ein Rhythmus und Klang der Sprache. Hölderlin verlangt nach Bewegung, in den Oden wird sie zu Tanz. Beethoven: Er hat das Vergrösserungsglas auf das einzelne Motiv erfunden und bis zum Exzess entwickelt, ein Türöffner für die Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Eine Fuge ist der Gegenentwurf zur populären Musik schlechthin. Was geschieht in diesem unglaublichen Formkonstrukt? Man könnte es als Serialität des 19. Jahrhunderts bezeichnen. Jedes Motiv ist mit jedem anderen verbunden. Und dennoch entsteht nichts Einheitliches, mal klingt es wie Barock, dann wie die Musik aus dem Heurigen. Wir vernehmen einen Boogie Woogie sowie Brüche und Klangflächen, die von „ausserhalb der Zeit“ zu kommen scheinen. Hier werden die zwei wuchtigen Werke in der Rekomposition von Matthias Arter, in der Rezitation von Michael Engelhardt und in der Interpretation durch die pre-art soloists füreinander durchlässig und durchhörbar gemacht.

Michael Engelhardt, Rezitation 
pre-art soloists: Boris Previšić, Flöte; Matthias Arter, Oboe; Azra Ramić, Klarinette; Rahel Cunz, Violine; Lea Boesch, Viola; Ekachai Maskulrat, Violoncello; Aleksander Gabryś, Kontrabass.

Eintrittspreis
Eintritt frei. Spenden und Kollekte.
Veranstalter*innen
Michael Engelhardt
Engelhardt Präsentationen